|
Das 44. Internationale TV Filmfest in Cannes hat den Film "Stauffenberg - Auftand des Gewissens" als Eröffnungsfilm gezeigt.
Kommentar:
Der Film "Stauffenberg" beginnt und endet mit der standrechtlichtlichen Erschießung Stauffenbergs im Hof des Bendlerblocks. Dazwischen konzentriert Jo Baier sich auf das Attentat vom 20. Juli 1944. Auf die Hintergründe der Offiziersverschwörung geht er überhaupt nicht ein, und Claus Graf Schenk von Stauffenbergs Wandlung von einem über Hitlers erste militärische Erfolge begeisterten Offizier zum überzeugten Attentäter veranschaulicht er nur durch einige punktuelle Szenen am Anfang.
"Stauffenberg" ersetzt nicht den Geschichtsunterricht, weicht in unbedeutenden Einzelheiten von den tatsächlichen historischen Ereignissen ab, aber es handelt sich um einen packenden Fernsehfilm, der dazu beiträgt, die Erinnerung an die Widerstandskämpfer des 20. Juli 1944 wachzuhalten. Erfreulicherweise haben 7,6 Millionen Menschen bei der Erstausstrahlung des Fernsehfilms am 25. Februar 2004 zugesehen.
Jo Baier drehte den Spielfilm mit hervorragenden Darstellern wie Sebastian Koch, Hardy Krüger jr, Ulrich Tukur, Axel Milberg,. Ein Bravourstück ist dem Kabarettisten Olli Dittrich gelungen: Er verkörpert Joseph Goebbels und trifft dabei dessen Körperhaltung, Bewegung und Diktion ganz genau. Dabei handelt es sich nicht etwa um eine Hasstirade, die wohl leichter zu spielen gewesen wäre, sondern um die Szene, in der Goebbels Major Remer davon überzeugt, dass Hitler das Attentat überlebt hat.
Das "Führerhauptquartier Wolfsschanze" wurde bei Jüterborg nachgebaut, die Szenen im Bendlerblock entstanden in einem Filmstudio in Köln.
Buch zum Film: "Stauffenberg. Der 20. Juli 1944" von Gerd R. Ueberschär. Frankfurt/M 2004.
Fotos könnt Ihr Euch jetzt schon in der Fotogalerie anschauen >>
|