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Interview mit Hardy Krüger jr.
Herr Krüger, Sie sind gerade aus Kanada zurückgekommen. Was haben Sie dort gemacht?
Ich habe dort für das „Forsthaus Falkenau“ gedreht. Der neue Förster kommt zwar ursprüglich aus Küblach, lebet aber seit 20 Jahren in Kanada. Durch private Umstände , verschlägt es ihn wieder in seine alte Heimat. Dort übernimmt er das Revier von Herrn Rombach, der nach Afrika ausgewandert ist.
Wie lange haben Sie überlegen müssen, ob Sie die Rolle des neuen Försters annehmen?
Nicht sehr lange. Ich hatte meine Bedingungen, zum Beispiel wollte ich ein Mitsprache-Recht bei der Entwicklung der Geschichten. Diese Bedingungen wurden erfüllt, und da war es dann leicht für mich, die Rolle anzunehmen.
Haben Sie keine Angst, dass Sie sich durch die Serie schauspielerisch zu sehr festlegen?
Ich warte mal ab, wie es läuft und ob wir miteinander glücklich werden. Wichtig ist für mich, dass ich neben der Serie immer noch Zeit habe, Theater zu spielen und Filme zu machen.
Im vergangenen Jahr haben Sie eine besondere Reise unternommen – Sie waren auf der Farm in Tansania, auf der Sie die ersten sechs Jahre Ihres Lebens verbracht haben. Wie war’s?
Sehr schön, ich hatte das Gefühl nach Hause zu kommen. Es sind viele Bilder und Erinnerungen in mir hochgekommen, von Plätzen, an denen wir gespielt haben, von Erlebnissen meiner Kindheit.
Als Kind sind Sie mit Ihren Eltern viel herumgekommen und haben in verschiedenen Ländern gewohnt. War das schwierig für Sie?
Natürlich war es schwierig, wenn man immer wieder seine Freunde aufgeben und sich neu eingewöhnen muss. Auf der anderen Seite hat es mir geholfen, sehr schnell auf eigenen Beinen zu stehen. Und die Tatsache, dass ich mit mehreren Sprachen aufgewachsen bin, kommt mir jetzt zugute. Heute fühle ich mich an mehreren Orten zu Hause, in Tansania genauso wie in Lugano. Ich finde auch, dass die Welt zu groß ist, um nur an einem Ort zu bleiben. Da gibt es noch viel zu viel zu sehen und zu entdecken.
Anfangs wollten Sie als Koch und Bartender die Welt entdecken.
Mit 16 habe ich als Koch gearbeitet, das stimmt. Ich koche nun mal gerne, auch heute noch. Aber damals war das für mich vor allem eine Möglichkeit, selbstständig zu sein und mein eigenes Geld zu verdienen. Ich bin dann aber schnell hinter der Bar gelandet – der Job ist kommunikativer und das brauche ich.
Als Sie sich schließlich entschlossen haben, Schauspieler zu werden – welche Ratschläge gab es von Ihrem Vater?
Keine, ich war damals auch nicht in einem Alter, in dem ich seinen Rat gesucht hätte. Meine Haltung war: Ich gegen den Rest der Welt und ich schaffe das alleine. Das einzige, was er mir gesagt hat, war: Ok, wenn du das wirklich willst, dann wirst du kämpfen müssen. Es war wichtig, meine eigenen Erfahrungen zu machen.
Wie meinen Sie das?
In diesem Beruf , oder auch im eigentlichen Leben muss jeder seine eigenen Erfahrungen , Fehler und Schlüsse ziehen um auf seinen richtigen Weg zu kommen. Entscheidungen muss man selber treffen, dass kann einem niemand abnehmen. Wenn man im Leben selbstständig sein möchte muss man Mut haben Fehler zu machen und auch dafür grade stehen. Mein Vater hat sich mir mit meiner Entscheidung Schauspieler zu werden nie in den Weg gestellt. Er sagte, wenn Du das machen möchtest, dann musst Du dafür auch kämpfen. Das habe ich auch getan. Als er mich vor vier Jahren auf meiner Theatertournee besucht hatte, wusste er, dass er das richtige getan hatte.
Warum hat er Sie denn erst vor vier Jahren gesehen?
Es hat sich vorher einfach nicht ergeben, wir sind immer aneinander vorbeigereist. Ich war auf Theater-Tournee, er auf seinen Lesungen.
War der Name Krüger anfangs für Sie eher ein Türöffner oder eine Last?
Beides. Der Name hat mir geholfen, der Name wirkte aber auch wie eine Lupe, alles wird größer. Ich wurde bestimmt genauer beäugt als andere. Aber das ist eine Verantwortung, in die man hineinwächst und mit der ich gelernt habe umzugehen.
Sie engagieren sich für Unicef. Welche Projekte unterstützen Sie dort?
Zurzeit ist das vor allem das Projekt „Schulen für Afrika“. Das läuft gut, mittlerweile haben wir Spenden für 1200 Schulen gesammelt, die jetzt gebaut werden. Ich finde es wichtig, sich zu engagieren. Man sollte von dem Glück in diese westliche Welt hinein geboren zu sein dankbar sein und etwas zurück geben, an die Menschen die diese Möglichkeiten, wie wir, nicht haben.
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